evelyne w. - schneerosen
und aus dem schnee windet sie rosen. kränze
schmücken ihr haar. licht
strömt aus ihren augen. farben
wie violettes gold. gefieder
zittert an ihrem busen. freund
ist der, sagt sie, der ein küsser meiner lippen. bögen
seufzt der wachende wind in den schnee.
© evelyne w.
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evelyne w. - noch trägt das jahr
und wieder trägt das jahr
ein weißes kleid
gewebt aus hoffnung
und in die säume
sind wünsche eingenäht
noch schwebt es unbeschmutzt
über verschlammte wege
tanzt ungebrandmarkt
auf den scheiterhaufen
lodernder kriege
noch trägt es einen blütenkranz
und in den lilienweißen fingern
einen becher freude
doch lauert schon der alltag
die füße werden schwer
im täglichen morast
und aus verschwielten händen
rinnt die angst
stahlhelme drücken
die gehirne dumpf
das kleid tarnt sich
oliv und braun
um in den gräben
zu beschützen
und nur die blume
mut zur liebe
reckt sich das ganze jahr
dem sonnenlicht entgegen
© evelyne w.
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evelyne w. - die liebe. muss sie sein.
rasend. muss sie sein
die liebe. rasend.
sie muss dir die haut
herunter reißen und
das fleisch verbrennen
dir den atem schnüren
und als schrei von deinen
lippen bluten.
still. muss sie sein
die liebe. ganz still.
sie muss dir balsam auf alle
deine wunden legen und die
hitze der lust zur wärme kühlen
dir den atem des lebens einhauchen
und das blut von deinen
lippen küssen.
die liebe. muss sie sein
die liebe. die liebe.
© evelyne w.
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evelyne w. - lebensgalerie
jedes erwachen
ist ein portal
zur galerie des tages
am handlauf gehen wir
entlang der wände
bilder wie fenster
ins zurück
ein gestern ruft uns
sonniges gelb zu
im vorgestern
war es noch rot
siehst du die montage
ins blau gemalt
des mittwochs hälften
tanzen zur fusion
und dort die jahre
die müde lehnen
an der treppe
die wir gestiegen
bevor die wolken
unseren fuß erreicht
hier winken hände
fingerzeige
in mattes rosa
noch kein ausgang
wir bleiben
bis zur nacht
© by evelyne w.
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evelyne w. - vertraumt
ich war
ein farbenmeer
azur die wellen
deren gischt
du sprühtest
aus meiner mitte
drang das magma
weißglühend
bis orange
und die mäander
meiner arme
umfingen dich
in sattem purpur
auf dunkelblauem samt
schaukelten wir
zur ruh
© by evelyne w.
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zukunftsweisend










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