herbstahnung

 
herbstahnung


der herbst trägt
noch ein sommerkleid

grün schwingt es in den reben
die trauben schmiegen
ihre wangen an sonnenfinger

zwischen die rieden
knüpft die malve
ihre teppiche

nur leicht der wind
doch wühlt im see
er hoch den schlamm

weht seine würze
über die hänge

der frühe abend
legt sich als ahnung
auf das land


© evelyne w.

 

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in der schwingung meines ichs



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in der schwingung meines ich
will ich schwimmen
im strome der erkenntnis.
vom morgen zum abend. durch die nacht. hin
zum erwachen

in der schwingung meines ich
will ich tanzen
durch die pforte der beschränkung.
von mir zu dir. mit dir. hinein
ins uns.

in der schwingung meines ichs
lasse ich mich fallen
weil ich weiß
dass du mich auffängst.
in deinem ich. in meinem du.
in unserem wir.


© evelyne w.



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gabriele pflug - schneeblind


schneeblind


mir schreibt sich
schnee in die augen
weiß von nichts
habe ich ahnung
weiß nicht
wie das leben lebt
abschied oder freude
mich bewegen
bin blind in allem
was ich spüre
was ich glaube
zu verstehen

über dem trugbild
der schnee

schwer und still


© Gabriele Pflug




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Elke K. - Januarlicht


januarlicht


Es ist ein kleines Lied,
das die Hoffnung beschreibt:
Noch gestern hat sich
Nebel Straßen einverleibt,
sank auf das Pflaster, verwehrte
dem Auge und Fuß die Sicht.
Es dürsteten Blicke und Schritte
im Dunst nach Januarlicht.
Und heute ist der Abend
von hellem Schimmer bewohnt.
Das Dunkel in uns und außen
sichelt ein schmaler Mond.


© Elke K.-K.



Dieses Gedicht ist mehr als ein Naturgedicht.
Es enstand, als ca. 3000 Leipziger um ihr Stadtzentrum eine Lichterkette bildeten, während LEGIDA sich feierte und der Mob in einem der Ortsteile randalierte.

Danke Elke!

 

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wie eine wölfin



woelfin


die wölfin
streunt.
allein.

entfernt vom rudel
dreht sie
ihre runden.

sucht futter.
füttert.
frisst.

einsam.

© evelyne w.





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