Elke K. - Vorahnung

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Jetzt im November
lärmt grimmig der Wind
zwischen den Ästen,
die laublos gestreckt
gegen den Himmel
sich zweigen. Fast blind
sind alle Scheiben,
von Regen bedeckt.

Schlafarme Nächte!
Mit Wehmut gefüllt,
da uns das Herbstlied
als Schmerzgesang tönt.
Schon ist von Abschied
der Atem umhüllt.
Hinter den Wolken
der Mond ächzt und stöhnt.

Schwankende Tage!
Es nistet die Zeit
unter den Flügeln
der Gänse und flieht
mit ihren Rufen.
Das Leben entzweit
langsam, will bleiben.
Doch weiß, dass es zieht.

© Elke K.



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Birute Rosemann - Unsere Zeit


unsere zeit

Dies ist meine Zeit
Ich bin zu allem bereit
Die Momente zu leben
Dabei alles zu geben
Und auch Wege zu ebnen

Weil wir verdammt noch mal wissen
Was passiert wenn wir dissen
Und die Hassfahnen hissen

Und der Glaube wird stiller
Und die Stille wird schriller
Bis die Stille erlischt

Meine Kinder soll’n lachen
Ohne Angst vor dem Drachen
Der die Liebe verschlingt
Und sein Totenlied singt
Sie soll’n leben und lachen
Sich die Welt neu erschaffen
Dort wo alles beginnt – als Kind

Dies ist deine Zeit
Du bist zu allem bereit
Den Moment zu ergreifen
Ihm die Chance zu entreißen
Hin zum silbernen Streifen
Weil du verdammt nicht mehr weißt
Was passiert wenn du bleibst
Und die Zukunft entgleist

Und der Glaube wird lichter
Und das Licht immer dichter
Bis der Schatten zerbricht

Deine Kinder soll’n lachen
Ohne Angst vor dem Drachen
Der die Liebe verschlingt
Und sein Totenlied singt
Sie soll’n leben und lachen
Sich die Welt neu erschaffen
Dort wo alles beginnt – als Kind

Dies ist unsere Zeit
Wir sind zu allem bereit
Die Momente zu leben
Uns die Hände zu geben
Und zusammen zu stehen

Weil wir verdammt noch mal wissen
Was passiert wenn wir dissen
Und die Hassfahnen hissen

Und der Glaube wird wahrer
Und die Wahrheit wird klarer
Bis die Hoffnung gewinnt

Uns‘re Kinder soll’n lachen
Ohne Angst vor dem Drachen
Der die Liebe verschlingt
Und sein Totenlied singt
Sie soll’n leben und lachen
Sich die Welt neu erschaffen
Dort wo alles beginnt – als Kind


© Birute Rosemann

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Angelika Scholz - Abendliches Nebeneinander



abendliches nebeneinander

dort drüben im Baum
singt eine Amsel
leiht mir ihre Flügel
für abendliche Gedanken
ein Buchfink ruft
flattert eilig weg

zwei Menschen kommen vorbei
setzen sich zu mir
erzählen von Krankheit Tod
weinen
da berichte ich von schönen Tagen
vom Blick auf hell beschienene Gipfel
vom Rauschen des Wasserfalls
sie gehen lächelnd

ich lese schreibe esse Kuchen
der Wind trägt Rosenduft herüber

nebenan brummt ein Auto
kommt in die Gänge
fährt los
Kirchenglocken läuten den Abend ein

hinter der Hecke kichern Kinder
rennen weg
werden bald mit unseren Freunden wegziehen

zurück bleibt eine kleine Stille

wie doch die Gräser zaghaft Schatten an der Hauswand bilden

zurück bleiben auch die Spatzen
mit ihrem unermüdlichen Geschwatze
und diese freche Nachtmücke
schaut nicht weg
und trifft

© Angelika Scholz

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An der Schwelle

 
an der schwelle


Es stoppt der Schritt, verzögert sich
für einen Augenblick in das
Hinein, Hinaus, beschuht, fürbass -
sucht seinen Weg. Auch innerlich

beginnt, schließt ab, verbindet, trennt
die Menschenseele, was sie drängt
und hinterfragt, noch eingezwängt,
das Alte, das sie traut benennt.

Doch längst mit Zweifeln übersät,
und Lust auf einen Neubeginn
tritt sie auf die Verwalterin
des VorZurück. Entscheidet. Geht.


© Elke Kaminsky

 


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wie der winter vergeht


wie



im weiß
vergehen in dieser helligkeit die
keine grenzen kennt fühlen wie
ein sanftes rot
aufsteigt langsam
sich verdichtet zum
herzen hin weil du es schenkst

© evelyne w.

 


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