bonanzaMARGOT: Meine Schwarzmeerolive


schwarzmeerolive



ich sehe dich im Türspalt stehen, als ich dich verließ
deine Augen waren voll schwarzer Sehnsucht
aber ein großer Schatten verwischte den Blick
und hinterher war Leere
was erwarte ich mir von den Schiffen, die in die Ferne fahren?
was erträume ich mir, wenn ich den Horizont suche?
deine Liebe ließ ich zurück
meine Schwarzmeer-Olive
als hättest du es nicht schwer genug
als Migrantin wolltest
du deine Kinder in Freiheit groß ziehen
und landest in dem schönen Basel am Rhein
Dichterin, Sozialistin
und Mutter
hin- und her geworfen von den Erdbeben der
Herzen deiner Heimat
aber immer sicher in der Liebe
du liebst deine Kinder
und du liebst Istanbul
und du liebtest mich ...
wieso?
meine Schwarzmeer-Olive
du sahst doch die ruhelosen Tauben unter meinem Dach
du wusstest, dass ich gehe
eines Tages
du hast es nicht leicht gehabt
von deinem Mann verlassen im fremden Land
aber dein Herz schlug und presste dein
Blut weiter durch die Adern
und ich las deine Poesie, wie ich noch nie eine
Poesie las
ich sehe dich stehen, gebeugt und traurig
du hast es nicht verdient!
ich missbrauchte deine Liebe
was weiß ich vom Bosporos?
was weiß ich von deinem Volk?
was wollte ich davon wissen?
du liebtest den Fremden mit den grün-blauen Augen
wie hatte er dein Herz erobert?
meine Schwarzmeer-Olive
sicher weinten wir dieselben Tränen
und sicher lachten wir dasselbe Lachen
mein Schiff ist eine Nussschale
und bald wird mich das Meer verschlucken


© by bonanzaMARGOT



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Kommentare

  1. Schwarzmeerolive sagt am Mar 11, 2008 @ 04:27 PM: Ich blieb Wortlod.

    Danke Ilyo.
  2. lylo sagt am Mar 12, 2008 @ 01:36 PM: gren machtidas
    ;-)

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